Hautpflege für Windkraftanlagen

cp.max, das Kunststoff-Zentrum SKZ in Halle und das Fraunhofer IMWS wurden für den Otto von Guericke-Preis 2020 der Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungsvereinigungen (AiF) nominiert. Das Forscherteam landete unter rund 100 Bewerbern unter den 3 Finalisten. In der gemeinsamen Forschung wurde eine Brücke von der Grundlagenentwicklung zur konkreten Anwendung gebaut. Die Arbeiten befassten sich mit verschiedenen Reparaturverfahren für die Wartung von Rotorblättern von Windenergieanlagen. Was früher nur im Sommer möglich war, geht nun fast das ganze Jahr.

Der Ausbau der Windenergie ist inzwischen weit fortgeschritten, sodass die Instandhaltung der bestehenden Anlagen immer wichtiger wird. Insbesondere die Rotorblätter unterliegen einer starken Belastung. Wenn hier Schäden auftreten, steht die Windenergieanlage im schlimmsten Fall komplett still. Problematisch sind die hohen Ertragsausfallkosten für den Betreiber der Anlage. Dipl.-Ing. Thomas Heinecke erläutert: „Jeder Tag ohne Anlagenstillstand spart bares Geld: Für eine 2,5 MW-Anlage kann man je nach Standort ca. 4.000 bis 5.000 € pro Tag veranschlagen. Ein Totalverlust eines Blattes oder gar der Anlage bedeutet Kosten für die Betreiber in Millionenhöhe.“

Die Fortschritte bei der Erforschung von Reparaturverfahren unter der Einwirkung von Witterung und Umwelteinflüssen stellen nicht nur einen Meilenstein für die Reparatur von Rotorblättern dar, sondern konnten bereits in eine industrielle Anwendung umgesetzt werden. So kann cp.max nun erstmals in der Branche auch Reparaturen unter 16 °C Umgebungstemperatur anbieten. Dadurch können Rotorblätter von Windenergieanlagen an vielen Standorten fast das ganze Jahr über repariert werden. Zuvor war dies über lange Zeiträume im Winterhalbjahr nicht möglich.  

Der Kern des Verfahrens ist eine elastische Heiz-Vakuum-Haube, welche nach der Reparatur direkt auf die betroffene Fläche des Rotorblattes aufgesetzt wird. Die Kombination aus Wärme und Vakuum garantiert eine gleichmäßige Aushärtung des Reparaturlaminats am Rotorblatt, mit weitest gehender Unabhängigkeit von den Witterungsbedingungen.

Um die Effektivität und die Reproduzierbarkeit des neuen Verfahrens von unabhängiger Stelle zu bestätigen, hat cp.max das Reparaturverfahren außerdem erfolgreich vom DNV GL zertifizieren lassen.

Dr. Thomas Hochrein Geschäftsführer am SKZ betont „Innerhalb von nur 5 Jahren konnten die Erkenntnisse aus der vorwettbewerblichen Forschung im Rahmen des IGF-Projektes in ein fertiges Produkt umgesetzt werden. Das ist genau das, was wir als Institut der Zuse-Gemeinschaft erreichen wollen: Forschung, die ankommt!“

Link zur Videovorstellung des Forschungsprojektes

Externer Link zur Vorstellung des Forschungsprojektes; Videoquelle: YouTube; 4:10 min

Artikelquelle: FSKZ e.V.

Link: www.skz.de

Kooperationspartner und Förderer des Projektes

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