Cool Repair - Neues Reparaturverfahren für niedrige Temperaturen

11.08.2017

cp.max stellt neue Technik vor um Reparaturen auch unter schwierigsten Bedingungen in konstanter Qualität durchzuführen.

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Rotorblätter werden wegen ihrer extremen Maße aus Kostengründen wann immer möglich direkt an der Anlage und damit unter wechselnden Umgebungsbedingungen repariert. Die dabei notwendigen Laminierarbeiten sind aus materialtechnischen Gründen und nach Vorschrift des DNV GL erst ab einer Mindesttemperatur von 16 °C zulässig.

In weiten Teilen Europas wird diese Temperatur während eines Großteils des Jahres jedoch kaum erreicht. Beispielsweise liegt in fast ganz Skandinavien die durchschnittliche Temperatur auch während der Sommermonate unterhalb dieses Werts.

Cp.max Rotortechnik hat daher in Kooperation mit dem Süddeutschen Kunststoffzentrum und gefördert durch die AiF Projekt GmbH im Rahmen des Zentralen Innovationsprogrammes Mittelstand ein Verfahren entwickelt, welches Laminierarbeiten auch bei niedrigeren Temperaturen ermöglicht. Dadurch können dringende Reparaturen rascher und unabhängiger von den Umgebungsbedingungen durchgeführt werden. Somit kann die Verfügbarkeit von Windenergieanlagen und damit auch der finanzielle Ertrag erhöht werden.

Ein zentrales Werkzeug im Prozess von Cool Repair ist eine Silikon-Vakuumhaube mit integrierter Heizung. Ähnliche Hauben werden auch in der Produktion von kleinen bis mittelgroßen faserverstärkten Bauteilen angewendet. Zum Einsatz am senkrecht hängenden und gewölbten Rotorblatt ist die Herausforderung sie möglichst leicht und flexibel zu gestalten und ein einfaches Handling zu ermöglichen.

Die Silikonhaube wird per Hand auf das frische Reparatur-Handlaminat über die Reparaturstelle gesetzt. Anschließend wird die eingeschlossene Luft, durch eine Vakuumpumpe, evakuiert. Der Umgebungsdruck presst nun die Haube an das Rotorblatt und sie haftet ohne weitere Hilfsmittel.

Über die Fläche des Bauteils sind ein leichtes Heizgewebe und ein Temperaturfühler in den Silikonverbund integriert. Durch die Kombination einer Spannungsquelle mit einem digitalen Temperaturregler in einem handlichen Steuerungskoffer wird die Wärmeversorgung zum Härten des Laminats gewährleistet. Auf diese Weise wird sichergestellt, dass das Reparaturlaminat die zur vollständigen Aushärtung nötige Wärmeenergie aufnimmt. Außerdem wird durch das Verpressen ein kompakter Faserverbund ohne Luftblasen hergestellt. Die Heizung der Vakuumhaube liegt dadurch außerdem direkt auf der Reparaturfläche, ohne dass es einen Luftspalt dazwischen gibt.

Momentan befindet sich Cool Repair im Zertifizierungsprozess durch den DNV GL. Dadurch kann in Zukunft die Wirksamkeit des Verfahrens durch eine unabhängige Institution nachgewiesen werden. Außerdem kann bei erfolgreicher Prüfung das Verfahren auch unterhalb der sonst zur Reparatur von Rotorblättern vorgeschriebenen Mindesttemperatur von 16 °C angewendet werden.

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